Bewusstseinsarbeit
zur Heilung von Körper, Geist und Seele
Bewusstsein und Denken sind unterschiedliche
Vorgänge. Wenn wir denken, greifen wir auf uns
Bekanntes, auf Erlerntes und Erfahrenes zurück.
Benutzen wir hingegen unser Bewusstsein, so
treten wir mit einer unbekannten Dimension in
Verbindung. Der grundlegende Unterschied ist
damit die Weite. Das Denken bewegt sich
innerhalb des uns bekannten Raumes, das
Bewusstsein geht über diesen Raum hinaus.
Jeder von
uns hat die Möglichkeit der Entscheidung, wie
viel Freiheit und wie viel Weite in seinem Leben
sein darf.
Brauchen
wir die Sicherheit des Bekannten, des
Vorgelebten, des Vorgedachten, so bewegen wir
uns innerhalb der Grenzen des Denkens und den
damit verbundenen Möglichkeiten. Vertrauen wir
jedoch unserem Ursprung, dem spirituellen
Wesenskern und wagen uns in den Raum der
unbegrenzten Möglichkeiten, so gibt es keine
Vorgaben, sondern neue Erfahrungen.
Wenn ich
von unserem spirituellen Ursprung und dem
Wesenskern rede, so gehe ich über den Körper
hinaus bzw. in eine größer Tiefe und gebe dem
Körper und seinen Gefühlen und Gedanken nur eine
Teilexistenz unseres Seins. Gleichzeitig binde
ich ihn in ein größeres Ganzes ein, als es unser
Alltagsgeschehen normalerweise zulässt. Und das
beinhaltet eine Chance der Heilung, der
Befreiung und der Geborgenheit.
In meiner Praxis kann ich oft
erleben, dass Menschen vor dieser Weite Angst
haben, wenn sie in den Raum ihrer Seele
eintauchen. „Es ist alles so hell und weit,
es ist zwar alles da, doch außer mir keiner
sonst. Das macht mir Angst.“ Wenn das
Bewusstsein sich ausdehnt, so erkundet es den
Raum der eigenen Möglichkeiten, und die sind
vielfältig. Das Ergebnis ist dann das der
eigenen Kreativität, des sich Zulassens und des
sich Vorwagens in den ungestalteten Raum des
Möglichen.
Ich will
damit sagen, dass alles in uns bereits vorhanden
ist, das wir die Schöpferkraft nur nutzen
brauchen. Unser Bewusstsein ist der Schlüssel zu
diesem Raum. Je weiter und tiefer wir es
ausdehnen, desto mehr Wissen fließt uns zu,
Antworten auf bisher ungestellte Fragen.
Die
Angst, die hierbei aufkommt, ist die Angst
vor unserer Größe und der damit verbundenen
Verantwortung.
In diesen
Augenblicken wird uns bewusst, dass wir unser
Leben selbst gestalten, dass es keine
außenstehenden Verantwortlichen gibt, sondern
nur uns selbst. In diesen Momenten sind wir
erwachsen und haben damit die volle
Verantwortung für uns selbst. Das scheint
unbequem zu sein, sonst würde es keine Angst
machen und das Interesse hieran wäre größer. Und
dabei haben wir die Chance, die sich uns hier
bietet, nicht erkannt.
Was ist so
schön daran zu jammern und zu klagen, sich über
Probleme Gedanken zu machen, die noch gar nicht
da sind? Welchen Vorteil hat es, den anderen zu
sagen, was sie alles falsch machen und selbst
nicht für sich zu sorgen, für das eigene Gute?
Was bringt es zu sagen, „ich will glücklich
sein“ und nicht zu wissen, was es dazu
braucht?
Das Gefühl
des Glücklichseins kommt aus der Tiefe unserer
Seele. Es taucht immer dann auf, wenn eine Ecke
dieses von Schätzen angefüllten Raumes der Seele
beleuchtet wird, wenn die innere Fülle sich
zeigen darf.
Wenn wir
Liebe geben, so sind wir glücklich. Wenn wir
Freude schenken, so sind wir glücklich. Wenn wir
etwas wagten, was wir uns sonst nie zutrauten,
so sind wir glücklich. Immer dann also, wenn der
Austausch von Fülle geschieht und wir mehr von
uns zulassen, sind wir glücklich. Wir fühlen uns
größer, heller, aufrechter. Das Leuchten, dass
dann aus unseren Augen strahlt, ist das Leuchten
der Seele. Sie ist unsere Schatzkammer.
Mit
unserem Bewusstsein können wir den Raum der
Seele erkunden. Die Absicht, mit der wir ihn
betreten wollen, ermöglicht oder versperrt uns
hierbei den Zugang. Mit welchem Bewusstsein wir
uns also zu uns vorwagen, bedingt das Ergebnis
und die sich öffnenden Möglichkeiten. Inwieweit
wir diese dann wahrnehmen und umsetzen, bleibt
bei uns. Wir haben die Entscheidung und die
Wahl.
Im inneren
Raum wirken die Gesetzmäßigkeiten des Alls.
Diese sind
auf Weiterentwicklung, Ausdehnung, Erkenntnis
aufgebaut. Die Schätze unserer Seele sind die zu
integrierenden Werte unseres Lebens. Ist das
Denken nur auf Habenwollen ausgerichtet, bleibt
die Tür zur Seele verschlossen, denn es bewegt
sich auf horizontaler Ebene. Richtet sich das
Denken in die Seinsbereiche, bewegt es sich auf
einer holistischen, vertikalen Ebene und das
Bewusstsein wird aktiviert. Die Tür zur Seele
kann sich öffnen. Die innere Haltung ist somit
maßgebend an Weite und Fülle oder Enge und
Begrenzung beteiligt. Wer außer uns könnte
hierfür die Verantwortung tragen?
Mit Hilfe
unseres Bewusstseins können wir nicht nur den
Raum unserer Seele erkunden, wir können auch an
dem Wissensspeicher der Menschheit anknüpfen.
Da wir ein
Teil der Gesamtheit Mensch sind, stehen wir auch
mit ihr in enger Verbindung, bilden einen
Körper. Der Erfahrungsschatz der Menschheit
birgt in sich ein großes Wissen, vergleichbar
einer riesige Bibliothek oder Enzyklopädie des
Geistes der Menschen. Mit unserem Bewusstsein
können wir in diesen Wissensraum eintauchen und
die Erkenntnisse erfahren. Das Verstehen eines
solchen Vorganges ist tiefer und umfassender. Es
verlangt von uns lediglich, uns zu öffnen. Mit
unserem Denken können wir nur Gelesenes
reflektieren und so zu einem neuen Verstehen
kommen.
Es ist
erstaunlich, wie wenig die Möglichkeiten des
Bewusstseins genutzt werden und wie wenig
ernsthaft hierüber geforscht wird, schließlich
liegt hier ein enormes Wissen und viele
Antworten können gefunden werden.
Die
Fähigkeit sich zu öffnen und in den weiten Raum
der Seele oder der Menschheitsseele einzutauchen
haben spirituelle Medien. Sie schöpfen aus
diesem Fundus. Doch grundsätzlich kann das
jeder, die Voraussetzung ist nur, über die
Grenzen des denkenden Verstandes hinaus zu
gehen, das kleine Ego für eine Weile in den
Hintergrund zu stellen und sich auf ein größeres
Ganzes einzulassen. Der sich hierbei
offenbarende Schatz ist unermesslich.
Doch nicht
nur in die Weite, auch in die Kosmologie des
eigenen Körpers kann das Bewusstsein eintauchen.
Da jede
Zelle unseres Körpers Bewusstsein besitzt, ist
es uns auch möglich, mit Hilfe unseres
Bewusstseins, mit jeder Zelle in Verbindung zu
treten. Unserem Denken ist diese Dimension
verschlossen, da die Zelle für die meisten von
uns unbekannte Bereiche besitzt. Ernährung,
Stoffwechsel, Kommunikation der Zellen
untereinander usw. sind noch nicht vollständig
erforscht und somit spekulativ. Das Denken sagt
deshalb: das ist nicht möglich; das
Bewusstsein hingegen tut es einfach, denn es
kennt die Begrenzung des Denkens nicht. Es tritt
z.B. in Kontakt mit der Körperintelligenz. Da
sie die Abläufe im Körper steuert, ohne dass wir
uns darum kümmern müssen, ist sie zwangsläufig
über die aktuelle Situation im Körper informiert
und kann übermitteln, wodurch eventuelle
Störungen aufgetreten sind.
Gehen wir
dann in Kotakt mit einer Zelle oder einem
Zellverbund wie z.B. der Leber oder dem Herzen,
so können wir von ihnen die subjektiven und
spezifischen Informationen zur vorhandenen
Situation erhalten. So erfahren wir vom Herzen
vielleicht, dass es zu wenig Liebesenergie
bekommt und sich deshalb schwer tut, aktiv zu
arbeiten, weil dies die Kraft ist, die es
benötigt. Die Leber hingegen berichtet
vielleicht von einem Mangel an Bitterstoffen
oder gestauter Wut, welche die Galle nicht
abfließen lassen. Natürlich sind das nur
einfache Beispiele und leicht nachvollziehbar,
doch diese Informationen zu erhalten ist bereits
Bewusstseinsarbeit.
Es ist
auch möglich, innerhalb einer Zelle zu sein und
den Ablauf oder die entstandene Störung zu
erkennen. Und natürlich kann mit dem Bewusstsein
auch eine Störung behoben werden. Hier, so denke
ich, ist wohl das interessanteste Feld. Denken
wir doch nur mal an einen Tumor. Treten wir mit
ihm in Verbindung, so erfahren wir vom Wesen
der Krankheit (so etwas gibt es auch),
weshalb er da ist. Da jedes Geschehen im Körper
eine Ursache hat, die meist komplexer Natur ist,
ist es natürlich wichtig, diese Ursachen zu
finden und zu beheben. Das beinhaltet auch, die
innere Haltung zu verändern, da diese ja zu der
alten Verhaltensweise führte. Die Zellen zu
veranlassen, ihre krankhafte Zellteilung
aufzugeben, sich wieder zurückzuziehen oder die
Abwehr des Körpers so weit zu stärken, dass sie
den Abbau der kranken Zellen vornehmen, ist ein
weiterer Teil des Heilungsvorganges und eine
sehr effektive Bewusstseinsarbeit.
In meiner
Praxis konnte ich auf diese Weise an vielen
wunderbaren Heilungsgeschehen teilhaben.
Ausschlaggebend ist bei dieser Art der
Bewusstseinsarbeit stets die innere Haltung.
Angst und ein großes Ego - nur im bekannten
Vorgaben denken - würde den Erfolg begrenzen
oder gar verhindern. Mit dem Bewusstsein zu
arbeiten braucht Vertrauen in sich selbst und
die eigene Schöpferkraft, das Wissen um das
Eingebundensein in ein größeres Ganzes und einer
wissende Instanz in uns, die größer ist als
unser Denken. Dadurch können die Grenzen der
scheinbaren Sicherheit unserer normalen
Alltagswelt erweitert werden und Wunder
werden möglich. Gleichzeitig erhalten wir eine
größere Sicherheit in uns selbst und viele
Kleinlichkeiten lösen sich als Bagatellen auf.
Das allein ist schon befreiend.
Wenn wir
uns vorstellen, dass wir die Fähigkeit unseres
Bewusstseins mehr zur Gesundung, Heilung und für
unser inneres Wachstum einsetzen. Wenn wir so
weit kommen, dass nicht nur Einzelne, sondern
viele den Zugang zum Seelenkörper der Menschheit
erlangen und erfahren, dass es nur eine
Entwicklung gibt, wenn auch auf
unterschiedlichen Ebenen, so kann sich ein neues
Verständnis auf dieser Welt ausbreiten und viele
Kriege können wegfallen, denn sie werden als
sinnlos erkannt. Wenn sich dieses neue
Bewusstsein in dieser Welt etabliert, können wir
sagen, bewusst in dieser Welt zu sein und
unseren Auftrag verstanden zu haben. Dann
nämlich arbeiten Verstand und Bewusstsein
zusammen und wir nutzen unsere Fähigkeiten zu
unserem Wohle. Ich denke, es rentiert sich
innezuhalten und ein neues Bewusstsein
zuzulassen.
Ihre
Stephanie Merges